Absolutmaß
Angabe eines Positionswertes (Soll- oder Istwert) bezogen
auf einen absoluten Nullpunkt.
Absolutwertgeber
Positionsgeber, der den Positionsistwert als absolute Größe
wiedergibt.
Abtastzeit
Zeitraster, in dem eine Funktion (z. B. die Berechnung eines
Reglers) zyklisch abgearbeitet wird.
Achszyklus
Kenngröße bei elektronischen Gleichlaufregelungen.
Der Achszyklus gibt an, innerhalb welcher Wegstrecke der
Masterachse die Slaveachse einen vollständigen Zyklus
(im allgemeinen eine Umdrehung) durchlaufen soll.
Adaptive Regelung
Regelung, bei der die Parameter des Reglers fortlaufend
an die veränderlichen Parameter der Regelstrecke angepaßt
(adaptiert) werden. Durch die laufende Anpassung der Reglerparameter
wird das optimale Verhalten des Regelkreises sichergestellt.
Beispiel:
Anpassung der Proportionalverstärkung des Drehzahlreglers
bei Wicklerantrieben, bei denen sich die Trägheit der
Regelstrecke aufgrund des auf- oder abgewickelten Materials
verändert.
Anlaufzeit
Anderer Begriff für Hochlaufzeit.
Anregelzeit
Kenngröße, die das dynamische Verhalten eines
Regelkreises beschreibt. Sie beschreibt die Zeitspanne,
die nach einer Änderung der Führungsgröße
oder einer Störgröße
vergeht, bis die Regelgröße
die Führungsgröße bzw. ein akzeptables Toleranzband
um die Führungsgröße erstmalig wieder erreicht.
Sie schließt im Gegensatz zur Ausregelzeit
nachfolgende transiente Einschwingvorgänge nicht mehr
mit ein.
Asynchronmotor
Drehstrommotor mir sehr robustem Aufbau, der nicht über
eine elektrische Erregung oder Permanentmagnete verfügt.
Kennzeichnend für den Asynchronmotor ist, daß
sich bei Belastung des Motors eine Differenz zwischen der
Frequenz der speisenden Spannung und der Drehfrequenz einstellt
(Schlupf). Durch eine hochwertige
Vektorregelung kann dieses Phänomen beherrscht und
der Asynchronmotor auch in Servoantrieben insbesondere bei
größeren Leistungen eingesetzt werden. Asynchronmotoren
können auch als Linearmotoren ausgeführt werden.
ATEX
Atmosphères Explosibles. Europäische Bestimmungen
zum Explosionsschutz. Von besonderer Bedeutung ist die ATEX
100a, die die Ausführung explosionsgeschützter
Geräte behandelt.
Auflösung
Kenngröße in der Digitaltechnik, die angibt,
wie genau ein Sollwert vorgegeben oder ein Istwert erfaßt
werden kann. Die Auflösung beschreibt die kleinste
mögliche Stufung zwischen zwei benachbarten Werten.
Ausregelzeit
Kenngröße, die das dynamische Verhalten eines
Regelkreises beschreibt. Sie beschreibt die Zeitspanne,
die nach einer Änderung der Führungsgröße
oder einer Störgröße
vergeht, bis die Regelgröße
die Führungsgröße bzw. ein akzeptables Toleranzband
um die Führungsgröße dauerhaft wieder erreicht.
Sie erfaßt im Gegensatz zur Anregelzeit
auch transiente Einschwingvorgänge.
Bahnsteuerung
Technisches System, das 2 oder mehr Achsen so koordiniert,
daß eine vorgegebene Kurve oder Bahn in der Ebene
oder im Raum durchlaufen wird.
Beschleunigungsmoment
Differenz zwischen dem Drehmoment des Antriebes und dem
Lastmoment der Arbeitsmaschine. Ein positives Beschleunigungsmoment
führt zur Beschleunigung des Antriebes. Ein negatives
Beschleunigungsmoment führt zur Bremsung des Antriebes.
Blindleistung
Elektrische Leistung, die in Wechselspannungssystemen aufgrund
einer Phasenverschiebung zwischen Strom und Spannung entsteht.
Sie wird mit der doppelten Netzfrequenz zyklisch zwischen
dem Netz und einem angeschlossenen Verbraucher ausgetauscht.
Blindleistung entsteht durch induktive und kapazitive Verbraucher
aber auch durch leistungselektronische Stellglieder. Da
Blindleistung keinen Nutzen hervorruft und das Netz belastet,
wird durch geeignete Kompensationsmaßnahmen in der
Nähe des Verbrauchers versucht, die mit dem Netz ausgetauschte
Blindleistung so gering wie möglich zu halten.
Bremsmoment
Anderer Ausdruck für ein negatives Beschleunigungsmoment.
Bürstenloser Gleichstrommotor
Permanent erregter Drehstromsynchronmotor, dessen Wicklungen
in einer bestimmten Reihenfolge mit blockförmigen Strömen
gespeist werden. Die Reihenfolge der Speisung wird von der
Lage und Bewegungsrichtung des Rotors bestimmt. Aus diesem
Grund verfügen diese Motoren über eine angebaute
einfache Rotorlageerfassung. Die Weiterschaltung der Stromblöcke
von einer Wicklung auf die nächste stellt eine elektronische
Kommutierung dar. Da sie im Gegensatz zu Gleichstrommotoren
ohne mechanischen Kommutator und Bürsten abläuft,
werden diese Motoren auch als bürstenlose Gleichstrommotoren
bezeichnet.
CNC
Computerized numerical control. Digitale Steuerung für
Werkzeugmaschinen.
CUL
Canadian Underwriter Laboratories Inc. Organisation in den
Kanada, die Geräte und Anlagen auf die Einhaltung von
Sicherheitsstandards prüft und entsprechend zertifiziert.
DESINA
Dezentralisierte und standardisierte Installationstechnik.
Standard für Werkzeugmaschinen und Produktionssysteme,
der die für die Installation verwendeten Komponenten
hinsichtlich Funktionalität und Anschlußtechnik
beschreibt. Betroffen sind elektrische, hydraulische und
pneumatische Installationen. Wurde wesentlich vom VDW
(Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) vorangetrieben.
Druckmarke
Marke, die auf einer zu bedruckenden Warenbahn im allgemeinen
am Rand aufgedruckt ist, von einem Lesekopf erfaßt
und zur Synchronisierung der nachgeschalteten Druckwerke
verwendet wird.
Drehmomentkonstante
Physikalische Größe, die bei vektoriell geregelten
Synchronservomotoren das Verhältnis von eingeprägtem
Strom zum abgegebenen Drehmoment beschreibt. Ihre Größe
wird vom verwendeten Magnetmaterial und vom konstruktiven
Aufbau des Motors bestimmt.
Einrichtbetrieb
Betriebsart von positionsgeregelten Antrieben, bei der der
Lageregler nicht aktiv ist und der Antrieb drehzahlgeregelt
verfährt. Der Einrichtbetrieb wird besonders während
der Test- und Einrichtphase einer Maschine verwendet.
Einzelschrittbetrieb
Betriebsart bei elektronischen Steuerungen, bei der ein
Programm nicht kontinuierlich sondern Anweisung für
Anweisung abgearbeitet wird. Der Anwender hat damit die
Möglichkeit, den Programmablauf detailliert zu beobachten
und zu steuern. Der Einzelschrittbetrieb wird besonders
während der Testphase eines Programmes verwendet.
EnDat
Serielles Protokoll zur Übertragung von absoluten Lageinformationen
aus einem Positionsgeber, geprägt durch die Firma Heidenhain.
Endschalter
Element, das beim Erreichen einer bestimmten Position eines
zu bewegenden Maschinenteiles ein Signal auslöst, in
dessen Folge die weitere Bewegung in dieser Richtung verhindert
wird. Hardwareendschalter erfassen die Position des zu bewegenden
Maschinenteiles direkt. Softwareendschalter sind Programmteile
in der Bewegungssteuerung, die die eingelesenen Gebersignale
auf Überschreitung der gewünschten Grenzwerte
überwachen und bei Überschreitung in den Programmablauf
direkt eingreifen.
Encoder
Rotatorischer Positionsgeber, der im allgemeinen auf optischen
Prinzipien basiert und zur Erfassung der absoluten Position
geeignet ist. Die Position wird in zwei um 90° versetzten
sinusförmigen Signalen analog ausgeben. Eine nachgeschaltete
Auswerteelektronik berechnet aus diesen Signalen über
eine Arctan-Funktion den tatsächlichen Positionsistwert.
Durch Bereitstellung und Auswertung weiterer Signalspuren,
die eine wesentlich kürzere Periode aufweisen, kann
eine sehr gute Auflösung des Positionsistwertes erreicht
werden.
Fast Fourier Transformation (FFT)
Mathematisches Verfahren, bei dem ein Signalverlauf in einen
Gleichanteil und eine Summe von sinus- und cosinusförmigen
Schwingungen zerlegt wird. Die Frequenzen der einzelnen
Schwingungen sind immer ein Vielfaches der Grundschwingung.
Mit diesem Verfahren ist es möglich, die einzelnen
periodischen Anteile eines Signales zu isolieren und getrennt
zu bewerten.
Fangen
Funktion des Motorstellers, die es erlaubt, auf den laufenden
Motor zuzuschalten, ohne daß dieser zuvor stillgesetzt
werden mußte.
Feldbus
Im allgemeinen leitungsgebundenes Kommunikationssystem,
das Steuerungsgeräte, Sensoren und Aktoren mit einander
verbindet und dem schnellen Datenaustausch zwischen diesen
Komponenten dient. Feldbusse sind in verschiedenen physikalischen
Ausführungen und verschiedenen Übertragungsprotokollen
realisiert. Einige Feldbusse sind durch internationale Normen
standardisiert.
Feldschwächung
Arbeitsbereich eines Motors, bei dem sein magnetischer Fluß
unter den Nennwert abgesenkt wird. Dadurch kann der Motor
bei Betrieb mit Nennspannung über seine Nenndrehzahl
hinaus beschleunigt und dort dauerhaft betrieben werden.
Die Reduktion des magnetischen Flusses ist jedoch mit einer
Reduktion des Drehmomentes verbunden, so daß der Motor
im Bereich der Feldschwächung nicht mehr sein Nenndrehmoment
erreicht.
Feldschwächung kann bei Gleichstrom- und Drehstrommotoren
realisiert werden.
FELV
Functional Extra Low Voltage. Bezeichnung für Funktionskleinspannung
mit max. 50 V Wechsel- oder 120 V Gleichspannung ohne sichere
Trennung.
FELV-Stromkreise dürfen (im Unterschied zu SELV-Stromkreisen)
mit Erde verbunden werden. Sie sind (im Unterschied zu PELV-Stromkreisen)
von aktiven Teilen mit höherer Spannung nicht sicher
getrennt. Der Schutz gegen Berührung erfolgt durch
Methoden, die auf Stromkreise mit höheren Spannungen
anzuwenden sind (z. B. durch Überstromabschaltung).
Fliegende Säge
Funktionseinheit in einer Produktionsmaschine, die eine
kontinuierlich durchlaufende Warenbahn in Teilstücke
mit vorgegebener Länge zersägt. Während des
Sägevorganges bewegt sich die fliegende Säge exakt
mit der gleichen Geschwindigkeit wie die durchlaufende Warenbahn.
Nach Abschluß des Sägevorganges fährt die
Säge in ihre Ausgangsposition zurück und beginnt
auf ein entsprechendes Startkommando mit dem nächsten
Sägevorgang. Die Zeitdauer zwischen zwei Sägevorgängen
bestimmt gemeinsam mit der Geschwindigkeit der durchlaufenden
Warenbahn die Länge der abzusägenden Teilstücke.
Folgeachse
Antrieb, der im Gleichlauf mit einem anderen Antrieb (Leitachse)
betrieben wird und dessen Positionssollwert vom Positionsistwert
der Leitachse abgeleitet wird.
Führungsgröße
Eingangsgröße eines Regelkreises. Wird umgangssprachlich
auch als Sollwert bezeichnet.
Gleichlauf
Bewegungsform von mindestens zwei Achsen, bei der die Bewegung
der Slaveachse an die Bewegung
der Masterachse gekoppelt ist.
Beim Geschwindigkeitsgleichlauf bestimmt die Augenblicksgeschwindigkeit
der Masterachse die Geschwindigkeit der Slaveachse. Beim
Winkelgleichlauf bestimmt die augenblickliche Position der
Masterachse die Position des Slaveachse.
Gleichlaufsteuerung
Technisches System, das den Gleichlauf zwischen mindestens
zwei Achsen realisiert.
Gleichrichter
Leistungsstellglied, das eine Eingangswechselspannung mit
einer festen Frequenz, Amplitude und Phasenzahl in eine
Gleichspannung umwandelt.
GMA
Gesellschaft Meß- und Automatisierungstechnik im VDE/VDI.
GMM
Gesellschaft Mikroelektronik, Mikro- und Feinwerktechnik
im VDE/VDI.
HMI
Human Machine Interface. Mensch-Maschine-Schnittstelle.
System zur Bedienung und Beobachtung von Maschinen und Anlagen
(z. B. Bedienfeld oder Visualisierungssystem auf PC-Basis)
Hochlaufzeit
Zeit, die ein Antrieb benötigt, um vom Stillstand auf
seine Nenndrehzahl hochzulaufen.
IEC
International Electrotechnical Commission. Internationale
Normungsorganisation mit Sitz in Genf.
IEEE
Institute of Electrical and Electronics Engineers. Verband
der amerikanischen Elektro- und Elektronikingenieure.
IGBT
Insulated Gate Bipolar Transistor. Spannungsgesteuerter
Leistungstransistor, der in Stromrichterschaltungen eingesetzt
wird.
Inkrementalgeber
Positionsgeber, der bei Änderung der Position eine
der Positionsänderung proportionale Anzahl von Impulsen
(Inkrementen) ausgibt. Bei Verwendung von 2 Impulsspuren
ist eine Richtungserkennung möglich. Da reine Inkrementalgeber
keine absolute Position ausgeben, ist bei Verwendung ihrer
Meßsignale als Lageistwert ein Referenzieren der Achse
erforderlich.
Kommutierung
Weiterschaltung des Stromes von einem Element (z. B. Leistungstransistor,
Wicklungsstrang in einem Gleichstrommotor) zu einem anderen
Element
Kurvenscheibe
Mechanisches Element, das die Relativbewegung zweier Achsen
zueinander steuert. Dabei dient die geometrische Gestalt
der Kurvenscheibe als mechanischer Positionsspeicher für
die Slaveachse. Kurvenscheiben weisen keinen konstanten
Radius auf sondern ihr Radius ändert sich über
den Umfang. Bei der Rotation der Masterachse, auf der sich
die Kurvenscheibe befindet, wird deren Radius durch ein
mechanisches Element abgetastet. Die dabei auftretende Bewegung
wird durch weitere mechanische Elemente auf die Slaveachse
übertragen. Auf diese Weise ergibt sich in Abhängigkeit
von der Position der Masterachse eine bestimmte Position
der Slaveachse.
Bei einer "elektronischen" Kurvenscheibe wird
die Sollposition der Slaveachse aus der Istposition der
Masterachse anhand einer mathematischen "Kurvenscheiben"-Funktion
in einer Positioniersteuerung berechnet.
Lageregler
Regler, der im allgemeinen als Proportionalregler arbeitet
und die Differenz aus einem aktuellen Lagesollwert und einem
aktuellen Lagesistwert berechnet. Die Lagedifferenz wird
mit der einstellbaren Proportionalverstärkung multipliziert
und stellt die Ausgangsgröße des Lagereglers
dar. Sie dient als Eingangsgröße für den
Drehzahlregler.
Leitachse
Antrieb, der im Gleichlauf mit mindestens einem anderen
Antrieb (Folgeachse) betrieben wird und dessen Positionsistwert
als Positionssollwert für die Folgeachse dient.
Linearachse
Mechanisches System, das über einen eigenen Antrieb
verfügt und eine lineare Bewegung ausführt. Als
Antrieb wird entweder ein Linearmotor als Direktantriebe
oder ein rotatorischer Motor mit nachgeschaltetem Lineargetriebe
verwendet.
Linearmaßstab
Linearer Positionsgeber, der im allgemeinen auf optischen
Prinzipien basiert und zur Erfassung der absoluten Position
über einen begrenzten linearen Verfahrweg geeignet
ist.
Lose
Anderer Ausdruck für Getriebespiel. Eigenschaft von
Getrieben, bei Umkehrung des zu übertragenden Drehmomentes
den Kraftschluß zu verlieren und erst nach Zurücklegen
eines bestimmten Weges (Breite der Lose), den Kraftschluß
in der nun gegenläufigen Richtung wieder herzustellen.
Hochwertige Getriebe zeichnen sich durch eine geringe Lose
aus.
Maschinendaten
Im allgemeinen mechanische Daten, die einer numerischen-,
Positionier- oder Gleichlaufsteuerung für die exakte
Realisierung von Bewegungssteuerungen bekannt sein müssen.
Maschinendaten sind z.B. Getriebefaktoren, Geberauflösungen,
max. Verfahrwege, max. Beschleunigungen und Geschwindigkeiten
usw.
Masterachse
Antrieb, der im Gleichlauf mit mindestens einem anderen
Antrieb (Slaveachse) betrieben wird und dessen Positionsistwert
als Positionssollwert für die Slaveachse dient.
Mikroschrittbetrieb
Betriebsart des Schrittmotors, bei der durch Variation der
Stromamplituden Zwischenschritte zwischen die durch die
Motorkonstruktion vorgegebenen Winkelschritte eingefügt
werden. Der Mikroschrittbetrieb erfordert ein Steuergerät,
das neben der Reihenfolge der Strompulse auch deren Amplitude
beeinflussen kann.
MTBF
Mean Time Between Failure. Statistische Aussage zur Fehlerhäufigkeit
aufgrund von Hardwareausfällen in einer Komponente,
einem Gerät oder einer Anlage.
Multiturngeber
Positionsgeber, der den Positionsistwert als absolute Größe
wiedergibt und mehrere Umdrehungen darstellen kann.
NC
Numeric Control. Bewegungssteuerung für mehrere Achsen,
die hauptsächlich bei Werkzeugmaschinen eingesetzt
wird.
Nockenschaltwerk, Nockensteuerwerk
Funktion, die in Abhängigkeit von der aktuellen Position
oder dem zurückgelegten Weg ein binäres Signal
ausgibt. Während diese Funktion früher mechanisch
realisiert wurde, wird sie heute von programmierbaren elektronischen
Steuerungen ausgeführt.
Nullpunktverschiebung
Lagewert, um den der Nullpunkt in der Maschine um den Nullpunkt,
den der Lagegeber ausgibt, verschoben ist. Mit Hilfe der
Nullpunktverschiebung wird ein angebauter Lagegeber auf
die tatsächlichen Verhältnisse in der Maschine
abgeglichen. Die Positioniersteuerung kann bei bekannter
Nullpunktverschiebung die vom Geber gemessene Istposition
in eine andere Istposition, die sich an den Verhältnissen
der Maschine orientiert, umrechnen. Die Nullpunktverschiebung
ist im allgemeinen ein Teil der Maschinendaten.
PELV
Protective Extra Low Voltage. Bezeichnung für Funktionskleinspannung
mit max. 50 V Wechsel- oder 120 V Gleichspannung und sicherer
Trennung. Schutzmaßnahme gegen gefährliche Körperströme.
PELV-Stromkreise dürfen (im Unterschied zu SELV-Stromkreisen)
mit Erde verbunden werden. Sie müssen von aktiven Teilen
mit höherer Spannung sicher getrennt sein. Der Schutz
gegen Berührung erfolgt durch Isolation (500 V Prüfspannung)
oder Abdeckung.
Beispiele für PELV-Stromkreise bei Antrieben sind u.
a.: Signalleitungen (analog, binär, seriell), Bremsenleitungen
(24 V).
Positioniersteuerung
Elektronisches Gerät, das ein elektrisches, pneumatisches
oder hydraulisches Stellglied so führt, daß ein
Positioniervorgang oder eine Folge von Positioniervorgängen
abgearbeitet wird. Neben einem Lageregeler enthält
eine Positioniersteuerung umfangreiche Zusatzfunktionen
zur Generierung und Verarbeitung von Meldungen, zur Aufbereitung
von Lagemeßwerten, zur Bildung von Vorsteuersignalen
usw.
Leistungsfähige Positioniersteuerungen sind in der
Lage, mehrere Stellglieder (Achsen) gleichzeitig zu steuern
und Verknüpfungen zwischen ihnen zu bearbeiten.
PTC
Positive Temperature Coefficient (Resistor). Kurzbezeichnung
für Elemente, die in die Wicklungen von Motoren eingebracht
werden und zur Temperaturüberwachung dienen.
Pulsfrequenz
Frequenz, mit der die Leistungshalbleiter des Wechselrichters
schalten.
Querschneider
Funktionseinheit in einer Produktionsmaschine, die eine
kontinuierlich durchlaufende Warenbahn in Teilstücke
mit vorgegebener Länge zerschneidet. Der Querschneider
besitzt im allgemeinen eine rotierende Walze mit einem oder
mehreren aufgebrachten Messern. Bei der Rotation tauchen
die Messer in die durchlaufende Warenbahn ein und zerschneiden
diese. Über die Relativgeschwindigkeit zwischen Messerwalze
und durchlaufender Warenbahn wird die Länge der abzuschneidenden
Teilstücke festgelegt.
Rampe
Funktion des Motorstellers, die eine sprungartige Sollwertänderung
in eine rampenförmige Änderung umwandelt. Die
Steilheit der Rampe ist im allgemeinen parametrierbar. Durch
die Einstellung einer Rampe werden mechanische Elemente
wie Getriebe und Kupplungen geschont.
Raumzeigermodulation
Verfahren zur Gewinnung der Ansteuerimpulse für die
Leistungshalbleiter eines Wechselrichters. Eingangsgröße
des Verfahrens ist die Sollspannung. Diese wird in Betrag
und Phasenlage von der Stromregelung vorgegeben. Bei der
Raumzeigermodulation wird die Sollspannung durch Hintereinanderschalten
von 2 aktiven Zeigern und einem Nullzeiger innerhalb einer
Pulsperiode realisiert. Die Einschaltdauer der einzelnen
Zeiger wird so berechnet, daß der entstehende Mittelwert
über die gesamte Periode genau der Sollspannung entspricht.
Referenzieren
Vorgang, der zur Festlegung des Bezugspunktes des gemessenen
Lageistwertes dient. Das Referenzieren ist erforderlich,
wenn der verwendete Lagegeber (z. B. Inkrementalgeber) keine
absolute Lageerfassung ermöglicht sondern lediglich
eine Lageänderung erfassen kann.
Beim Referenzieren wird der Antrieb in eine festgelegte
Richtung verfahren, bis ein feststehender Referenzschalter
anspricht und der Steuerung das Erreichen der Referenzposition
signalisiert. Bei Eintreffen des Referenzsignals setzt die
Steuerung den aktuellen Positionsistwert auf den dem Bezugspunkt
zugeordneten Referenzwert (im allgemeinen 0). Positionsänderungen
werden ab diesem Zeitpunkt zu diesem Referenzwert vorzeichenrichtig
addiert und bilden den aktuellen Positionsistwert.
Regelgröße
Eingangsgröße eines Regelkreises. Wird umgangssprachlich
auch als Istwert bezeichnet.
Registerregelung
Regelungseinrichtung bei Druckmaschinen die dafür sorgt,
daß die verschiedenen Farben exakt übereinander
gedruckt werden. Dazu erfaßt die Registerregelung
über besondere Sensoren die Druckmarken der bereits
gedruckten Farben und richtet die Papierbahn so aus, daß
das nachfolgende Druckwerk optimal auf die bereits gedruckten
Farben druckt.
Relativmaß
Angabe eines Positionswertes (Soll- oder Istwert) bezogen
auf einen beliebigen Punkt. Relativmaße werden im
allgemeinen verwendet, um von einem aktuellen Positionsistwert
eine Relativbewegung vorzugeben.
Resolver
Positionsgeber, der auf induktiven Prinzipien basiert und
zur Erfassung der absoluten Position geeignet ist. Die Position
wird in zwei um 90° versetzten sinusförmigen Signalen
analog ausgeben. Eine nachgeschaltete Auswerteelektronik
berechnet aus diesen Signalen über eine Arctan-Funktion
den tatsächlichen Positionsistwert. Da ein Resolver
keine elektronischen Bauelemente enthält, ist er relativ
robust. Für seinen Betrieb ist jedoch eine spezielle
elektrische Erregung erforderlich, die im allgemeinen von
der Auswerteelektronik mit bereitgestellt wird.
Ruckbegrenzung
Funktion in einer Positioniersteuerung, die die auftretende
Beschleunigung (Ruck) auf einen zulässigen Maximalwert
begrenzt. Der zulässige Maximalwert wird durch das
mechanische System bestimmt.
Rundachse
Mechanisches System, das über einen eigenen Antrieb
verfügt und eine Rotationsbewegung ausführt.
Safe Stop
Funktion elektrischer Antriebe zur Überführung
einer gefährlichen Bewegung in den Stillstand
- STO: Safe Torque off
Durch Sperrung der Ansteuerimpulse im Stellgerät
wird der Stromfluss im Motor verhindert und der Motor
entwickelt kein Drehmoment mehr. Der Motor läuft
aus und verbleibt dann im Stillstand.
- SS1/SS2: Safe Stop 1, Safe
Stop 2
Der Motor wird vom Stellgerät über eine Bremsrampe
stillgesetzt. Anschließend wird STO ausgeführt.
- SOS: Safe Operating Stop
Der Motor wird vom Stellgerät geregelt im Stillstand
gehalten. Durch Überwachungseinrichtungen wird der
Stillstand des Motors kontrolliert.
Schleifenwicklung
Variante zur Anordnung der Ankerwicklung bei Gleichstrommotoren.
Schleppabstand
Differenz zwischen einem rampenförmig veränderlichen
Sollwert und dem dazugehörigen Istwert. Je dynamischer
ein Regelkreis ist, um so geringer ist der sich einstellende
Schleppabstand.
Schleppfehler
Anderer Ausdruck für Schleppabstand.
Zur Überwachung von Lageregelkreisen wird oft ein maximaler
Schleppfehler für den Lageistwert angegeben. Bei Überschreitung
dieses Schleppfehlers bricht die Positioniersteuerung den
laufenden Positioniervorgang ab und generiert eine Störmeldung.
Schlupf
Differenz zwischen zwei Geschwindigkeiten bezogen auf die
Referenzgeschwindigkeit. Schlupf tritt oft dann auf, wenn
die Differenzgeschwindigkeit zur Übertragung von Energie
erforderlich ist.
Schrittmotor
Rotatorischer Motor mit ausgeprägten magnetischen Vorzugsrichtungen
im Rotor (Permanentmagnete oder Nutungen). Durch Ansteuern
der Statorwicklungen wird der Rotor um einen konstruktiv
festgelegten Winkelschritt gedreht. Die Reihenfolge, in
der die Statorwicklungen angesteuert werden, bestimmt die
Drehrichtung. Schrittmotoren benötigen keine Einrichtung
zur Erfassung der Rotorlage, da diese durch die Ansteuerung
der Statorwicklungen eingeprägt wird.
SELV
Safety Extra Low Voltage (manchmal auch Separated Extra
Low Voltage). Bezeichnung für Schutzkleinspannung mit
max. 50 V Wechsel- oder 120 V Gleichspannung. Dient als
Schutzmaßnahme gegen gefährliche Körperströme.
SELV-Stromkreise dürfen weder mit Erde noch mit Schutzleitern
anderer Stromkreise verbunden werden. Sie müssen von
aktiven Teilen mit höherer Spannung sicher getrennt
sein. Besondere Steckvorrichtungen für Schutzkleinspannung
sind zu verwenden, die nicht in Steckvorrichtungen mit höherer
Spannung passen. Sie dürfen keinen Schutzkontakt haben.
Aufgrund der niedrigen Spannung und sicheren Trennung von
anderen Stromkreisen fließt bei Berührung nur
ein ungefährlicher Strom.
SIL
Safety Integrity Level. Dient der Klassifizierung von
Anforderungen an Steuerungssysteme bezüglich ihrer
funktionalen Sicherheit.
Singleturngeber
Positionsgeber, der den Positionsistwert als absolute Größe
wiedergibt und eine mechanische Umdrehung darstellen kann.
Singleturngeber sind für die Stromregelung von Synchronservomotoren
erforderlich.
Slaveachse
Antrieb, der im Gleichlauf mit einem anderen Antrieb (Masterachse)
betrieben wird und dessen Positionssollwert vom Positionsistwert
der Masterachse abgeleitet wird.
SSI
Serielles Protokoll zur Übertragung von absoluten Lageinformationen
aus einem Positionsgeber.
SSR
Solid State Relais, andere Bezeichnung für Hableiterrelais
Der Schaltvorgang für den Lastkreis wird nicht durch
mechanische Kontakte sondern durch einen Leistungshalbleiter
realisiert. Halbleiterrelais schalten schneller als mechanische
Relais. Ihr Schaltzeitpunkt ist exakter zu bestimmen als
bei mechanischen Relais. Sie schalten immer im nächsten
Stromnulldurchgang aus. Ihre Ansteuerleistung ist sehr gering
und unabhängig vom zu schaltenden Laststrom.
Steuerungsgesetz
Bestimmt den Verlauf von Beschleunigung, Geschwindigkeit
und Lage während eines Positioniervorganges. Steuerungsgesetze
können nach verschiedenen Optimierungskriterien (geringste
Positionierzeit, minimale Motorverluste, minimale Schwingungsanregung)
ausgewählt werden.
Störgröße
Physikalische Größe, die auf eine Regelstrecke
einwirkt und zu einer Abweichung zwischen der Führungsgröße
und der Regelgröße eines Regelkreises führt.
Durch die Reaktion des Reglers wird die auftretende Abweichung
innerhalb der Ausregelzeit beseitigt.
Beispiel:
Ein Laststoß führt in einem Drehzahlregelkreis
zur Abweichung zwischen Soll- und Istdrehzahl.
Synchronmotor
Drehstrommotor, der über eine elektrische Erregung
oder Permanentmagnete verfügt und bei dem sich auch
bei Belastung keine Differenz zwischen der Frequenz der
speisenden Spannung und der Drehfrequenz einstellt. Aufgrund
der kleinen Bauart und der einfachen Regelverfahren werden
permanent erregte Synchronmotoren besonders in Servoantrieben
kleinerer Leistung eingesetzt. Synchronmotoren können
auch als Linearmotoren ausgeführt werden.
Tabelleninterpolation
In Positioniersteuerungen verwendetes Verfahren zur Ableitung
der Sollposition für eine Slaveachse aus der Istposition
einer Masterachse. Dabei wird der Zusammenhang zwischen
den Positionen von Master- und Slaveachse nicht nach einer
mathematischen Funktion laufend neu berechnet sondern einmalig
in einer Tabelle abgelegt. Die Anzahl der Wertepaare wird
aus Speicherplatzgründen auf ein notwendiges Maß
begrenzt. Tritt eine Position der Masterachse auf, die nicht
in der Tabelle hinterlegt ist, wird die benötigte Position
der Slaveachse aus den benachbarten Wertepaaren interpoliert.
Torsion
"Drehverformung", die ein mechanisches Element
(Welle, Kupplung) erfährt, wenn es ein Drehmoment überträgt.
Die Verformung wird von der Konstruktion (Länge, Durchmesser)
und vom verwendeten Material bestimmt.
Torsionssteifigkeit
Widerstand, den ein mechanisches Element der Torsion
entgegensetzt. Für Servoanwendungen mit hoher Dynamik
sind Elemente mit hoher Torsionssteifigkeit erforderlich.
UL
Underwriter Laboratories Inc. Organisation in den USA, die
Geräte und Anlagen auf die Einhaltung von Sicherheitsstandards
prüft und entsprechende zertifiziert.
Umrichter
Leistungsstellglied, das eine Eingangswechselspannung mit
einer festen Frequenz, Amplitude und Phasenzahl in eine
Ausgangswechselspannung mit variabler Frequenz und Amplitude
sowie fester Phasenzahl umwandelt.
Vektorregelung
Regelungsverfahren für Drehstrommotoren, das auf der
Zerlegung der physikalischen Größen Strom, Spannung
und magnetischer Fluß in Vektoren basiert. Zum Beispiel
wird der 3-phasige Motorstrom durch mathematische Umwandlungen
in eine drehmomentbildende und flußbildende Komponente
zerlegt. Mit dieser Betrachtungsweise können Drehstrommotoren
regelungstechnisch wie Gleichstrommotoren behandelt werden.
Verfahrprogramm
Folge von Positionier- und Verfahrschritten, die in einer
Positioniersteuerung abgelegt ist. Das Anfahren der einzelnen
Positionen erfolgt in Abhängigkeit von programmierbaren
Ereignissen wie z.B. Eintreffen externer Signale, Ablauf
von Zeiten, Erreichen von Zählerständen usw. Im
allgemeinen könne in Verfahrprogrammen auch Schleifen
oder Wiederholungen hinterlegt werden.
Vorsteuerung
Zusatzsignal in einem Regelkreis, das aus bekannten Sollwerten
oder Störgrößen des Regelkreises bzw. deren
Änderungen berechnet und zum Ausgangssignal des Reglers
addiert wird. Vorsteuersignale nehmen die eigentliche Reaktion
des Reglers auf eine Sollwertänderung oder eine Störgröße
vorweg und erhöhen die Dynamik des Reglers.
Wärmeklasse
Legt fest, welche maximale Wicklungstemperatur ein Motor
im Betrieb erreichen darf. Eine Überschreitung der
Maximaltemperatur führt zu einer vorschnellen Alterung
der Wicklungsisolation und damit zu einer Verkürzung
der Lebensdauer des Motors.
Wechselrichter
Leistungsstellglied, das eine Eingangsgleichspannung in
eine Ausgangswechselspannung mit variabler Frequenz und
Amplitude sowie fester Phasenzahl umwandelt.
Wellenwicklung
Variante zur Anordnung der Ankerwicklung bei Gleichstrommotoren.
Wirkleistung
Elektrische Leistung, die in Wechselspannungssystemen auftritt
im Gegensatz zur Blindleistung
und zu einem echten Energieaustausch zwischen dem Netz und
einem angeschlossenen Verbraucher führt.
Zeitkonstante
Physikalische Größe, die die Geschwindigkeit
beschreibt, mit der ein System auf die Änderung einer
Eingangsgröße reagiert (z. B. Beginn des Stromflusses
in einer Spule nach Anlegen einer Spannung).
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